Gleitsichtbrillen vergleichen ist nicht immer einfach

Gleitsichtbrillen vergleichen oder welcome to the Jungle

Ein Vergleich von Gleitsichtbrillen ist gar nicht so einfach! Das Dilemma, man kann nicht einfach verschiedene Gleitsichtbrillen in seiner Sehstärke aufsetzen und sich dann für das beste Preisleistungsverhältnis entscheiden. Schlicht deshalb, weil kein Optiker so viele Gleitsichtbrillen mit den eigenen Werten vorrätig hat.

Gerade deshalb ist man darauf angewiesen im Vorfeld ein gutes Angebot zu finden, um eine möglichst gute Gleitsichtbrille zum angemessenen Preis zu erwerben.
Spätestens nachdem man sich verschiedene Angebote beim örtlichen Optiker und Online-Optiker einholt wird klar, dass die Preisspanne enorm ist. Zwischen ca. 150 € und 1500 € scheint alles möglich zu sein.
Jetzt wird man sich fragen was man für den mitunter horrenden Betrag bekommt und wie man die Preise vergleichen kann.
Das Bundeskartellamt hat gegen viele Hersteller im Jahr 2010 Geldbußen wegen Preisabsprachen verhängt. Ein weiteres Indiz dafür, dass sich ein genauer Blick auf Preis und Hersteller lohnt.

Als Nicht-Augenoptiker und Laie ist es schwer die Angebote zu vergleichen und zu beurteilen. Es scheint, als hätte jeder Optiker bzw. Hersteller seine eigenen Standards und Tarife. Dennoch gibt es ein paar Vergleichskriterien anhand derer auch ein Laie sich einen Überblick über die verschiedenen Angebote im Wettbewerb verschaffen kann.

Der Sehbereich der Gleitsichtbrille
Die Größe des Sehbereichs ist wohl das wichtigste Kriterium beim Tragekomfort.
Je nach Fertigungsverfahren kann der Sehbereich des Gleitsichtglases größer oder kleiner ausfallen.

Sehbereiche einer Gleitsichtbrille

Undbestimmte Definitionen machen es einem nicht leicht.

Eine grobe Einteilung erfolgt oft in drei Preisklassen wie z.B. Einsteiger, Standard, Premium.

Problematisch ist aber, dass es sich dabei um unbestimmte Begriffe handelt. Was bei einem Optiker/Hersteller schon Premium ist, kann bei einem anderen nur Einsteiger sein und umgekehrt.
Man sollte sich daher nicht auf diese schwammigen Begriffe einlassen, diese können allenfalls ein Anhaltspunkt sein.

Der Hersteller der Gleitsichtgläser
Besser fragt man nach dem Hersteller des Gleitsichtglases und auch der konkreten Produktlinie die verwendet wird. Beim Hersteller kann man sich dann informieren, wie groß der Sehbereich des verwendeten Glases ist. Oft gibt es bei namhaften Herstellern dazu auch Grafiken.

Anhand des Sortiments des Herstellers sieht man wie „premium“ der angebotene Sehbereich innerhalb des Sortiments des Herstellers wirklich ist. Mitunter können Preise auch bei Mitbewerbern verglichen werden wenn der Hersteller bekannt ist.
Der Hersteller des Gleitsichtglases ist für mich daher das wichtigste Vergleichskriterium. Mit anderen Worten: kenne ich den Hersteller, kaufe ich nicht mehr die Katze im Sack.

Der Brechungsindex des Gleitsichtglases
Je höher der Brechungsindex, um so dünner und damit leichter das Glas.
Oft lässt sich der Brechungsindex mit den verschiedenen Gleitsichtgläsern je nach Bedarf wählen.
Bei höherem Brechungsindex steigt natürlich auch der Preis.
Vor allem bei hohen Werten macht sich der Brechungsindex bemerkbar, während bei niedrigen Dioptrinzahlen die Ersparnis oft marginal ist.
Tipp: Den Optiker fragen, wie viel Gramm/Glasstärke bei höherem Brechungsindex eingespart werden kann.

Die Veredelungen des Gleitsichtglases
Bei einigen Optikern werden horrende Aufpreise für jede einzelne Veredelung abgerufen, bei anderen sind diese Veredelungen alle inklusive.
Gleitsichtglasveredelungen sind meiner Meinung nach jedoch zunächst für den Vergleich zu vernachlässigen. Ein hochwertiges Gleitsichtglas hat wichtige Veredelungen regelmäßig bereits inkludiert. Standard sollte Entspiegelung, UV-Schutz und eine Hartschichtversiegelung sein. Eine Tönung hingegen wird wohl immer extra kosten.

Fazit
Zusammengefasst würde ich immer wieder in folgender Reihenfolge vorgehen:
1. Den Hersteller und die genau Produktlinie des Gleitsichtglases erfragen und über die Größe des Sehbereichs beim Hersteller informieren.
2. Anhand der Daten aus dem Brillenrezept bestimmen, welcher Brechungsindex Sinn macht.
3. Je nach Budget den größten Sehbereich wählen.
4. Die Veredelungen des Glases checken.

Natürlich ist diese Vorgehensweise nur eine grobe Hilfestellung und je nach persönlichem Brillenrezept und Geldbeutel kann ein anderes Vorgehen angemessen sein.




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